Zukunft ungewiss: Muss Hertha sogar Reese verkaufen?

In seinem ersten Jahr bei Hertha BSC war Fabian Reese der Unterschiedspieler für den Hauptstadtklub. Das weckte Begehrlichkeiten, denen der 27-jährige Flügelstürmer im letzten Sommer widerstehen konnte. Zur neuen Saison wird Reese die Situation neu bewerten, wie er in einem "rbb"-Interview erklärte.

"Ich liebe diesen Verein heiß und innig"

Fabian Reese hat 201 Zweitliga-Spiele in seiner Karriere absolviert. Gerade einmal 13 Partien in der Bundesliga kommen hinzu, im Trikot des FC Schalke 04 schnupperte er in vier verschiedenen Spielzeiten in den erstklassigen Fußball. Ins Oberhaus will der 27-Jährige unbedingt zurück - und zwar am liebsten mit Hertha BSC. "Ich hätte ja auch schon vergangenen Sommer den Schritt in die Bundesliga machen können", erklärte Reese unlängst in einem "rbb"-Interview. "Aber manchmal verschieben sich Ziele im Leben, und du wiegst ab, was wieviel wert ist. Es gibt ja nicht nur das Geld und Erfolge in der Bundesliga als Währung, sondern auch viele weiche Faktoren."

So entschied sich Reese für einen Verbleib bei Hertha BSC. Nach vier Jahren bei Holstein Kiel wechselte der 27-Jährige im Sommer 2023 ablösefrei in die Hauptstadt, wo er auf Anhieb zum Leistungsträger und zur Identifikationsfigur wurde. Reese war der Unterschiedsspieler in einem chaotischen Jahr. "Ich habe große Freude an der Stadt Berlin und daran, jeden Tag bei Hertha trainieren und spielen zu dürfen. Ich liebe diesen Verein heiß und innig - das ist keine Floskel, sondern wirklich so", versicherte der Flügelstürmer auch weiterhin. Trotzdem müsse er die Situation um die Alte Dame im kommenden Sommer "neu bewerten".

Hertha womöglich zum Verkauf gezwungen

Wegen einer langwierigen Sprunggelenksverletzung fiel Reese über weite Strecken der aktuellen Saison aus. Inzwischen ist der 27-Jährige gesetzt - und führt seine Mannschaft auch als Kapitän auf den Rasen. Aber die sportlichen Ziele rücken in weite Ferne. "Es ist gerade eine absolut schwierige Phase für den ganzen Verein und für uns als Mannschaft", so Reese. "Wir werden diese Saison nicht mehr aufsteigen. Es geht jetzt um die Art und Weise, wie wir spielen. Was sind wir bereit zu geben, um Spiele zu gewinnen?" Mit Stefan Leitl habe Hertha jetzt einen Trainer, dem Reese die Trendwende zutraut. In Fürth kreuzten sich die Wege schon einmal.

Möglicherweise zählt im Sommer aber nicht nur Reeses eigener Wille. Nach "kicker"-Informationen muss der Hauptstadtklub erneut einen Überschuss in zweistelliger Millionenhöhe erzielen, weshalb Spielerverkäufe naheliegend sind. Neben Supertalent Ibrahim Maza, der mit einem geschätzten Marktwert von zwölf Millionen Euro mit Abstand der wertvollste Profi im Hertha-Kader ist, sei auch Reese ein lukrativer Verkaufskandidat aus Vereinssicht. Dass die Zuneigung zum Hauptstadtklub nicht nur leere Worthülsen sind, hatte der Flügelstürmer indes mit einer vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2028 deutlich gemacht. Ob der gemeinsame Weg jedoch weitergehen wird, ist offen.

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