"Hut ab": Darmstädter Stolz nach Kraftakt gegen Dresden

Der SV Darmstadt 98 hat am Sonntag ein echtes Ausrufezeichen gesetzt und Dynamo Dresden trotz einstündiger Unterzahl mit 1:0 besiegt. Ausgelaugte, aber glückliche SVD-Akteure betonten nach Spielende den starken Charakter der Lilien-Mannschaft. Der Tenor dabei: "Es war eine Kampfleistung von allen." 

Dezimierte Lilien dominieren Dresden

Es lief erst die 8. Spielminute, als Darmstadts Fabian Schnellhardt auf Höhe der Mittellinie in einen Zweikampf mit Dresdens Yannick Stark ging. Problematisch war an der Sache, dass Schnellhardt das linke Bein in die Höhe riss und seinen Gegenspieler am Kopf traf. Schiedsrichter Christian Dingert blieb keine andere Möglichkeit – glatt Rot. Gegen traditionell kampfstarke Dresdner schien das Darmstädter Vorhaben vom dritten Heimsieg in Folge also früh in weite Ferne gerückt. Doch dachten die Lilien gar nicht daran, den Gästen den Ball und damit die Initiative zu überlassen. Stattdessen nahm sich Tobias Kempe des Spielgeräts an, legte es sich für einen Freistoß zurecht – und brachte die Hausherren unter Mithilfe des Dynamo-Torhüters in Führung (15.).

"Wir waren auch in Unterzahl die Mannschaft, die gut verteidigt hat und die gefährlicheren Chancen hatte", fasste SVD-Trainer Torsten Lieberknecht auf der Klub-Website richtigerweise zusammen. Der Stolz sprach dem Übungsleiter nach Abpfiff regelrecht aus dem Gesicht – denn die Lilien hatten es tatsächlich geschafft, das 1:0 über die Zeit zu bringen. "Nach dem Platzverweis hat die Mannschaft die Räume gerade in der Defensive gut besetzt und so keine Chancen zugelassen", erklärte Lieberknecht weiter. "Die Jungs haben körperlich alles rausgeholt. Es war ein sehr physisches und laufintensives Spiel." Einer dieser "Jungs" war Matchwinner Kempe, der seinem Trainer nur beipflichten konnte: "Es war eine Kampfleistung von allen – Hut ab, wie wir es dann auch am Ende verteidigt haben."

"Eine Gesamtproduktion des ganzen Stadions"

Mit dem Dreier zogen die Hessen in der Tabelle am Gegner aus Sachsen vorbei. Auf Platz neun sind nun sogar die obersten Sphären des Klassements in Sichtweite. Kein Wunder, dass in Darmstadt feierliche Stimmung Einzug hielt. "Auch die Fans haben uns sehr geholfen", richtete der Cheftrainer ein Lob in Richtung Tribünen. "Das Darmstädter Publikum hat ein sehr gutes Gespür für die Situation der Mannschaft. Das war heute auch wieder so. In den entscheidenden Momenten haben uns die Fans nötigen Push gegeben. Dieser Sieg war eine Gesamtproduktion des ganzen Stadions – von Fans und Mannschaft." Die nächste Produktion mit ähnlichem Ausgang soll es indes schon am kommenden Freitag geben, wenn die Lilien zum Auswärtsspiel beim 1. FC Heidenheim antreten.

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