Kadercheck Union Berlin: Die Eisernen setzen auf Erfahrung
Die Vorbereitung läuft beim 1.FC Union Berlin bereits auf Hochtouren. In Neuruppin bringt sich das Team von Trainer Norbert Düwel aktuell in Form für die neue Saison, die möglichst an die ansprechende Rückserie der abgelaufenen Spielzeit anschließen soll. Ein Blick aufs Personal zeigt jedoch schnell, dass sich im Vergleich zu anderen Zweitligateams bei den Eisernen recht wenig getan hat. Jedoch wurde der Kader punktuell verstärkt und besonders mit Erfahrung angereichert.
Fürstner, Korte und Daube bringen 269 Ligaspiele mit
Vor allem im Mittelfeld sind die Köpenicker qualitativ in Zukunft breiter aufgestellt. Stephan Fürstner (Greuther Fürth), Raffael Korte (Eintracht Braunschweig) und Dennis Daube (FC St. Pauli) bringen die Erfahrung von 269 Ligaspielen mit und sind im oft zitieren 'besten Fußballeralter'. Gemeinsam mit Kapitän Damir Kreilach, Christopher Quiring und dem nach Leihe fest verpflichteten Maximilian Thiel hat Düwel also ein starkes Mittelfeld zusammen. Probleme könnten jedoch bei zu vielen Ausfällen entstehen, da es dem Kader insgesamt etwas an Breite fehlt. Perspektivspieler wie Leonard Koch, Kenny Prince Redondo (SpVgg Unterhaching) oder Eroll Zejnullahu können noch auf wenig bis gar keine Erfahrung in der Zweiten Liga zurückblicken.
Kann Collin Quaner die Polter-Lücke schließen?
Im Sturm dominierte zuletzt ein Name – Sebastian Polter. Der Angreifer muss jedoch nach starker Rückrunde und 14 Saisontoren zum FSV Mainz 05 zurückkehren. Eine feste Verpflichtung stockte zuletzt aufgrund der Ablöseforderungen aus Rheinhessen. Aktuell bleibt es demnach mehr als fraglich, ob die Eisernen ihren Wunschstürmer behalten können. Einziger Neuzugang auf dieser Position ist bislang Collin Quaner, der mit der Empfehlung von sechs Saisontreffern von Absteiger VfR Aalen verpflichtet wurde. Fraglich ob er alleine die Lücke füllen kann, die Polters Abgang hinterlässt. Neben ihm stehen mit Sören Brandy, Steven Skrzybski und Bajram Nebihi noch drei weitere Angreifer im Kader, die sich wohl mit Quaner um die Startplätze streiten dürften. Möglich erscheint auch, dass die Berliner im Falle einer Absage aus Mainz, einen weiteren Angreifer auf dem Zettel haben.
Kessel verstärkt die Abwehr – Zweikampf im Tor
Eine echte Verstärkung hat dagegen bereits die Defensive der Eisernen erhalten. Mit Benjamin Kessel (Eintracht Braunschweig) konnten sich die Köpenicker einen gestandenen Profi sichern, der seine Qualitäten bereits wiederholt unter Beweis stellen konnte. Die Abwehrreihe ist somit überaus gut besetzt und neben Kessel werden Fabian Schönheim, Michael Parensen, Toni Leistner, Roberto Puncec und Christopher Trimmel um die Positionen streiten. Mit Denis Prychynenko befindet sich zudem ein Perspektivspieler aktuell im Probetraining. Es wird also Konkurrenzkampf geben und das tut bekanntlich jeder Mannschaft gut. Ein solcher könnte auch zwischen den Pfosten stattfinden, wo Union mit Routinier Daniel Hass und Mohamed Amsif zwei Keeper zur Verfügung hat, die beide den Anspruch auf die Nummer eins erheben dürften. Im ersten Test gegen Falkensee-Finkenkrug (8:1) hütete Amsif über neunzig Minuten den Kasten. Ob er sich letztlich den Startplatz gegen Haas sichern kann, bleibt abzuwarten.
Fazit: Unterm Strich macht der Kader des 1.FC Union einen durchdachten Eindruck und die Defizite der Vorsaison wurden durch gezielte Verstärkungen ausgebessert. Wenn das Team als kollektiv funktioniert, dürfte eine bessere Leistung als in der Vorsaison zu erwarten sein, auch wenn die Aufstiegsplätze womöglich noch zu hoch gegriffen wären. Problem könnte womöglich der Angriff werden, sofern eine Verpflichtung von Sebastian Polter nicht auf der Zielgerade noch gelingt.
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